26.09.2015 Samstag  Woche der Wiederbelebung

Über 50 zumeist ehrenamtliche Helfer haben seit dem 19. September in Dresden rund 2.400 Menschen gezeigt, wie auch Laien einen Menschen nach Herzstillstand reanimieren können. Hinter dieser bisher größten in der Landeshauptstadt veranstalteten Schulungskampagne zu Erste-Hilfe-Maßnahmen stehen das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Dresdner Stadtverwaltung, sowie Rettungsdienste, Unternehmen und weitere Institutionen. Insgesamt fanden an 18 verschiedenen Orten des gesamten Stadtgebiets – darunter sieben Schulen, sechs Museen, ein Sportverein und das Universitätsklinikum – 24 Veranstaltungen statt.

Den Rahmen dafür bildete die bundesweit ausgerufene „Woche der Wiederbelebung“. Anliegen der Aktion ist es, medizinischen Laien die für sie praktikabelste Form der Herzdruckmassage nahezubringen. Denn im Ernstfall beherzt zu handeln, tut in Deutschland Not: Während in nordeuropäischen Ländern etwa 70 Prozent aller Erwachsenen bei Herzstillstand zu Lebensrettern werden, sind es hierzulande gerade einmal 30 Prozent.

Rund 50 zumeist ehrenamtliche Helfer – vor allem Medizinstudierende, Angehörige der Rettungsdienste und Ärzte des Uniklinikums – waren seit vergangenem Sonnabend (19. September) auf der Prager Straße, in Museen, Schulen und Kinos präsent. Dabei erklärten sie nicht nur die drei wichtigsten Schritte einer erfolgreichen Reanimation, sondern übten die Herzdruckmassage an Reanimationspuppen. Dank Spenden der Stiftung Hochschulmedizin Dresden sowie eines Herstellers konnten für die Aktionswoche zusätzlich 50 neue Simulatoren und zwei Defibrillatoren gekauft werden. In der „Woche der Wiederbelebung“, die mit der heutigen Infomeile auf der Prager Straße endet, dreht sich alles um eine einfache Botschaft: Im Kampf gegen den plötzlichen Herztod können auch medizinische Laien zu Lebensrettern werden. Die Übungen an den Puppen zeigen, wie einfach es sein kann, bei einem Herzstillstand wirksam zu helfen. Wer nicht zögert, sondern beherzt mit der Herzdruckmassage beginnt, erhöht die Überlebenschance bei und senkt das Risiko eines schweren Hirnschadens sinkt.

Plötzlich bricht ein Mensch zusammen – Passanten bleiben erschreckt stehen. Einige von Ihnen wissen zwar noch ungefähr was zu tun ist. Aber die Angst, etwas falsch zu machen und auch der Ekel vor einer möglichen Mund-zu-Mund-Beatmung lässt sie zaudern. Wertvolle Minuten vergehen. Selbst die kurze Zeit, die professionelle Ersthelfer brauchen, um an den Ort des Geschehens zu kommen, ist zu lang: Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand treten aufgrund des Sauerstoffmangels unwiderrufliche Schäden im Gehirn auf. Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff aus der Lunge im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen. Dazu müssen lediglich drei simple Regeln beherzigt werden: „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die bewusstlose Person noch atmet. Dann unter der Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Und schließlich fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Um diesen hohen Takt zu halten, sollten sich die Lebensretter schnelle Musikstücke ins Gedächtnis rufen. Für Fans deutscher Schlager eignet sich der Hit „Atemlos“ von Helene Fischer.

Um die Bandbreite musikalischer Gedächtnisstützen von Lebensrettern zu erhöhen, hat die Initiative „Dresden rettet Leben“ einen Songcontest ausgerufen. 15 Dresdner Bands bewarben sich für die Endrunde, die am heutigen Freitagnachmittag (25. September) ab 15.30 Uhr auf der Prager Straße stattfindet. Fünf Bands schafften es ins Finale und können jeweils zwei Titel vorstellen. Der Jury stellen sich die Bands „Johnethen Fuchs“, „Fein“, „Tonartist“, „Klangteppich“ und die „DRK Band Sachsen“. Wer als Sieger hervorgehen wird und dann gegen 18 Uhr noch einmal auftreten kann, entscheiden die Juroren Julia Kadel (Julia Kadel Trio), Nathanel Wendt (D:Projekt). Konrad Küchenmeister, Clemens Voyé (Yellow Cap) und Robert Eisfeld (Drum Bass Festival Dresden).

Auf den Weg gebracht wurden die Veranstaltungen der „Woche der Wiederbelebung“ durch den hohen persönlichen Einsatz und das organisatorische Geschick der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums. Partner der Aktion sind die Landeshauptstadt Dresden, das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeitersamariter-Bund, die Sanitätsschule Medicus, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, der Malteser Hilfsdienst, die Arbeitsgemeinschaft Erste-Hilfe und Notfallkunde für Medizinstudierende sowie der Fachschaftsrat Medizin/Zahnmedizin der TU Dresden.

 

Kategorie(n)
Ausbildung, Promotion, z_2015

Von: DL

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